Bootstaufe „Nackter Mann“ zum Anrudern 2017

Pünktlich zur Bootstaufe hörte es auf zu Regnen. Die beiden frisch gewählten Schülerruderwärtinnen Hanna Pürner und Luise Peters trugen gleich ein ganzes Taufgedicht vor und nahmen mit Rheinwasser und Sekt die Taufe vor. Das lange ersehnte Boot konnte im Rahmen des diesjährigen Anruderns dann auch direkt in Betrieb genommen werden.

Neben Spenden wurde das nagelneue Boot der Werft Schellenbacher aus Linz in Österreich hauptsächlich aus Eigenmitteln finanziert. Damit das Boot auf dem Rhein überhaupt vorwärts kommt, hatte der Ehemaligenverein des Pädas VESDEP einen kompletten 5er-Satz Skulls gestiftet, wofür sich der Verein herzlich bedankte. Der Vorsitzende David Hober und Vereinsgeschäftsführer Georg Kercher hatten sich am letzten Sonntag von der schlechten Wettervorhersage nicht abschrecken lassen und waren zur Taufe vor Ort.

Der Name „Nackte Mann“ erinnert an den Pokal der Internatsregatta, wo die Internatshäuser alljährlich in zum Teil spektakulären Rennen gegeneinander angetreten sind. Für die heutigen Schülerruderer ist dies leider Geschichte, da das Internat heute nicht mehr besteht und der Häuservierer deshalb auch nicht mehr ausgetragen wird.

Siegerehrung des Häuserrennens 1972 durch Herrn Kühne mit dem Nackten Mann

Der bronzene Pokal steht jetzt im Amtszimmer am Päda, wo er unter hohen Sicherheitsbedingungen aufbewahrt wird und auf eine Wiederaufnahme der legendären Häuserregatta wartet. Früher stand der nackte Mann als sichtbare Trophäe im Speisesaal des jeweiligen Internatshauses, dass den Sieg eingefahren hatte. Hin und wieder störte sich der oder die  ein oder andere an der Nacktheit des dargestellten Bogenschützen, weshalb  auch schon mal Lendenschürze genäht oder gehäkelt wurden. Auch wurden Diskussionen über die glänzend polierten Oberflächen einiger Körperteile geführt. War ein Internatshaus im Besitz des „Nackten Mannes“, versuchte die Häusermannschaft im Folgejahr unter allen Umständen einen Verlust zu vermeiden. (Mehr dazu: Der „Nackte Mann” – ein komischer Name für ein Boot).

Jungfernfahrt „Nackter Mann“

Allen Helfern und Spendern sei Dank. Das neue Boot bestand die Jungfernfahrt und erhielt durch die fast reine Damenmannschaft gute Kritiken. Wir wünschen dem Boot allzeit gute Fahrt und immer mindestens eine Handbreit Wasser unter dem Kiel!

Hier das Taufgedicht:
Wer nennt ein Boot denn „Nackter Mann“
So fragt sich mancher Schüler heute
Und obwohl ein jeder googeln kann
Fehlt die Erinnerung der Leute

Einst stritten um den „Nackten Mann“
die Ruderer im Internat
Jedes Haus so gut es kann
Regattaspaß im Großformat

Mit Stolz gewann man jene Rennen
Mal Hessenhaus, bald Abendland
auch wenn die Hände noch so brennen
fürs Trotzendorff und Morgenland

Sogar Abiturienten kehrten heim
und füllten in der Not die Boote
die bronzene Trophä‘ allein
war wichtiger als jede Note

Vergangen ist das Internat
der bronz‘ne Mann seitdem vergessen
in einer Vitrine separat
obwohl einst alle so besessen

Lange haben wir beraten
welchen Namen man dir geben kann
Tradition ruft nach neuen Taten
Ich taufe dich, den „Nackten Mann“

Nach gelungener Taufe machten sich die aktiven Ruderer in mehreren Booten auf den Weg nach Oberwinter und beendeten damit die Winterpause. Traditionell zum Anrudern gab es auch in diesem Jahr wieder eine heiße Suppe, die durch die Mitglieder der Familie Klusak gekocht und von Mutter Klusak in den Oberwinterer Hafen gebracht wurde. Vielen Dank für die leckere Suppe und den tollen Service.

Anrudern 2017
Anrudern 2017
Anrudern 2017
Anrudern 2017

 

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